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Wachstumsfeld: Gesundheitswirtschaft


Das Bedürfnis nach Wohlbefinden beeinflusst die unterschiedlichsten Bereiche, jedoch wird „nur“ das Gesundheitswesen von der amtlichen Statistik erfasst. Das Jahresthema "Von Kopf bis Fuß-Wirtschaftsfaktor Gesundheit" zeigte, dass sich die Wachstumspotenziale in den unterschiedlichen Bereichen abzeichnen.

Der Markt rund um das Wohlergehen ist in Baden-Württemberg bereits zum Beschäftigungsmotor geworden. Derzeit arbeiten 526.000 Personen - das sind 10,2 % der Beschäftigten im Südwesten - in der Gesundheitsbranche. Glaubt man Zukunftsforschern wie Leo A. Nefiodow, so wird sich der Gesundheitsmarkt zur Wachstumslokomotive des 21. Jahrhunderts entwickeln.
Auch die demografischen Zahlen deuten auf ein schnelles Wachstum des Gesundheitsmarktes hin: Bis zum Jahr 2015 wird die Zahl der „Hochbetagten“, also der über 85jährigen Menschen, von heute landesweit 200.000 auf über 260.000 steigen. Das ist eine Zunahme von immerhin 30 %.
Der Gesundheitssektor als Wirtschaftsfaktor wird immer noch unterschätzt. Ebenso sind die Wachstumspotenziale, die sich in diesem Sektor eröffnen, noch zu wenig bekannt – sowohl in der Öffentlichkeit als auch bei Unternehmen.

Daten & Fakten

  • 10, 2 Prozent der Erwerbstätigen in Baden-Württemberg sind im Gesundheitswesen tätig. Das sind zweieinhalb mal bzw. zweimal so viele wie im Fahrzeug- und Maschinenbau – Wirtschaftszweige, die traditionell mit dem Standort Baden-Württemberg in Verbindung gebracht werden.
  • Der Bereich Gesundheit umfasst derzeit etwa 250 Verbänden
  • Medizintechnik: Der Gesamtumsatz der medizinischen Industrie stieg im Jahr 2002 im Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Prozent auf 12 Milliarden Euro. Während der Inlandsumsatz in Höhe von 5,41 Milliarden Euro mit 2,1 Prozent nur ein moderates Wachstum verzeichnete, stieg der Auslandsumsatz um 10,3 Prozent (Spectaris 2003). Baden-Württemberg: von bundesweit etwa 1.050 Unternehmen mit ca. 84.000 Beschäftigten sind alleine 195 Unternehmen mit mehr als 20.000 Beschäftigten in Baden-Württemberg angesiedelt. Vom deutschen Gesamtumsatz entfallen 3,2 Milliarden Euro – das entspricht gut 25 Prozent - auf Baden-Württemberg.
  • Pharmaindustrie: In Deutschland gibt es fast 1.100 Arzneimittelhersteller. Kleine und mittlere Unternehmen haben einen Anteil von 90 Prozent. Insgesamt arbeiteten 2001 rund 114.200 Personen in der Pharmaindustrie, davon rund 15.000 in der Forschung (BPI Pharma-Daten 2002). Baden-Württemberg gilt als der führende Pharmastandort. Hier waren 2002 130 Pharmafirmen mit 36.137 Beschäftigten registriert, die einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro erwirtschafteten (Habs, M. 2003).
  • Ernährungsbranche: Der Umsatz der deutschen Ernährungsindustrie lag im Jahr 2002 bei 125,4 Milliarden Euro. In insgesamt knapp 6.000 Betrieben waren rund 530.000 Personen beschäftigt. Die Branche ist gekennzeichnet durch rückläufige oder stagnierende Märkte.  Es gibt jedoch auch Märkte, die relativ gut abschneiden – dies sind Märkte, die von der Gesundheits- und Ökowelle profitieren.
  • Bioprodukte: Allein 2001 stieg der Umsatz von Bio-Lebensmitteln laut einer Studie von Organic Monitor weltweit um 23 Prozent. Nach vorsichtigen Schätzungen rechnen Fachleute bis 2008 mit einem jährlichen globalen Wachstum von knapp 18 Prozent. Auch in Deutschland stieg der Umsatz bei Öko-Lebensmittel im Jahr 2002 um zehn Prozent 
  • Functional Food: Der Markt für Functional Food und Drinks wächst ebenfalls ständig. Nach Schätzungen wird er bis 2005 um 47 Prozent steigen, die größten Abnehmer sind die USA, gefolgt von Europa und Japan. In Europa beträgt momentan der Umsatz mit funktionellen Lebensmitteln etwa ein Zehntel des Weltmarktvolumens; er liegt zwischen 1,4 und 1,7 Milliarden Euro. Dies ist knapp ein Prozent des Umsatzes bezogen auf den gesamten europäischen Lebensmittelmarkt.
  • Kosten von Krankheit für Unternehmen: Bundesweit verursachen Rückenerkrankungen Kosten von rund 25 Milliarden Euro. Von 1998 bis 2002 nahm die Zahl der Tage, an denen ein Versicherter deshalb arbeitsunfähig war, um 17 Prozent zu. Jeder vierte Bundesbürger ist täglich von Rückenschmerzen betroffen (DAK). Die volkswirtschaftlichen Kosten durch Arbeitsunfähigkeit betrugen im Jahr 2001 in Deutschland 44,76 Milliarden Euro (Fehlzeiten-Report der AOK). In der gesamten Gesetzlichen Krankenversicherung entfielen auf Krankengeldausgaben im Jahr 2002 rund 7,6 Milliarden Euro. Betriebliche Gesundheitsprogramme können die Fehlzeiten um gut ein Drittel verringern. Ein Report der Initiative Gesundheit und Arbeit zum wirtschaftlichen Nutzen betrieblicher Gesundheitsförderung kommt in der Auswertung von verfügbaren Gesundheitsförderungsprogrammen zum Schluss, dass durch die Teilnahme an solchen Programmen die Fehlzeiten um 12 bis 36 Prozent reduziert werden können.
  • Naturheilverfahren: Bei knapp Dreiviertel aller Deutschen über 16 Jahren liegen heute Erfahrungen mit Naturheilmitteln vor, ein deutlich höherer Anteil als 1970, wo dies nur für die Hälfte galt.
  • Persönlicher und häuslicher Bereich: Allein das Wachstum des Wellness-Reisesegments in Deutschland betrug im Jahr 2001 laut Deutscher Reiseanalyse 125 Prozent.

Rückblick:

• Jahresthema 2003 „Von Kopf bis Fuß – Wirtschaftsfaktor Gesundheit“
• Kongresszyklus „Zukunftsmarkt Gesundheit“ 2003
• Kongresszyklus „Zukunftsmarkt Gesundheit“ 2004



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